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Endlich habe ich es zeitlich geschafft: Die Überschreitung des Hochkalter war die letzte alpine Herausforderung der Berchtesgadener Alpen, welche ich ins Auge gefasst hatte. Mehrmals hatte ich sie anberaumt und immer kam irgendwas dazwischen. Der Berg aber stand da. Er rief nicht, sondern war wie ein Stachel im Fleisch, der gezogen werden wollte. Nach Watzmann und Hohem Göll musste die Reihe vollendet werden.

Die normale reine Marschzeit beträgt bei einer Überschreitung des Hochkalter etwa 12 Sunden und ist somit etwas kürzer als auf dem benachbarten Watzmann.

Zunächst geht es auf gut ausgebauten Wirtschaftswegen hinauf zur Blaueishütte. Die meisten Überschreiter übernachten hier, da die Zeit eines einzigen Tages zu knapp wäre. Etwas weiter oberhalb geht es zunächst durch eine Geröllrinne, die nicht allzu unbequem ist. Sie führt hinauf zu der sogenannten „Schlüsselstelle“. Hierbei handelt es sich um eine Felswand, welche zwar gut zu klettern aber ungesichert ist und dementsprechend Konzentration erfordert. Ihre Höhe wird mit 16 Metern angegeben. Ich habe es nicht genau ausgemessen…

Man mag sich darüber streiten, ob das Wort „Schlüsselstelle“ die richtige Bezeichnung ist, denn wörtlich würde dies bedeuten, dass einem wie bei der Öffnung eines Schlosses mittels Schlüssel der Weg zum Ziel offenstünde. Dem ist aber nicht so, denn es kommen noch mehrere Kletterstellen, der Weg ist langund teilweise schlecht markiert.

Der ganze Berg ist ohne Sicherungen, weshalb es nicht zu einem Massentourismus wie nebenan auf dem Watzmann kommt. Bergsteiger sind hier unter sich.

Der Abstieg kam mir angenehmer als auf dem Watzmann vor, da das steile Gekraxel nach relativ kurzer Zeit durchstanden ist und der weitere Marsch durch das Ofental in seichtem, wenn auch gerölligem Terrain von statten geht.

Für geübte Bergfreunde ist der Hochkalter, welcher auch als „Vizekönig“ der Berchtesgadener Alpen bezeichnet wird, sehr empfehlenswert.

2017-02-20T21:42:53+00:00Oktober 20th, 2016|Uncategorized|